Regionalportal Donau-Ries
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    Mordsglücklich in Nördlingen

    Der Journalist, Schriftsteller und Schauspieler Ronald Hummel

    Wieso sollte ein Kreativschaffender Hamburg den Rücken kehren und nach Nördlingen ziehen? Für Ronald Hummel gibt es gleich mehrere gute Gründe: Erstens ist er in Nördlingen geboren und aufgewachsen. Zweitens inspiriert ihn seine Stadt wie keine andere. „Wir haben hier ein historisches Eldorado“, betont er, der sich schon als Schüler für Geschichte interessierte – „ich bin Jahrgang 1960, da kommt man da nicht drum herum.“ Fähige Geschichtslehrer taten ihren Teil dazu, dass er von Jugend an begeistert Jahreszahlen, besondere Ereignisse und Lebensläufe studierte.
    Soll er aufzählen, welche historischen Begebenheiten in Nördlingen und Umgebung ihn besonders faszinieren, weiß Hummel gar nicht, wo anfangen. „Erstens war da der Meteoriteneinschlag“, beginnt er. „Dann gab es in der Steinzeit mindestens einen Kriminalfall, von dem die Schädelfunde in der Großen Ofnethöhle zeugen. Danach kamen die Kelten, die Römer, die Hexenverfolgungen. Es war einfach immer was Besonderes los, auf unserer Region lag immer der Fokus der Geschichte!“ Dass auch heute noch viel passiert, entdeckte er in seinem neuen Beruf, den er sich nach der Rückkehr ins Ries erschloss: Hummel fing an, als freier Journalist zu arbeiten, unter anderem als Gerichtsreporter. Vor allem als Mitarbeiter der Rieser Nachrichten, der Nördlinger Ausgabe der Augsburger Allgemeinen Zeitung, machte er sich einen Namen.
    Ursprünglich wollte Hummel Regisseur werden. So studierte er nach dem Abitur Psychologie in Erlangen, als Vorbereitung auf das Filmemachen. Bei seinen ersten Filmen jedoch stellte er fest, dass die Handlung oft nicht so wichtig ist wie die Technik – gleichzeitig entdeckte er im Studium seine Schreiblust. So wurde Hummel Mitte der 80-er Jahre zunächst Werbetexter und lebte in Hamburg und Düsseldorf. „Dieser Beruf ist sehr lehrreich – ich lernte, auf den Punkt zu kommen“, erinnert sich Hummel. Der Umstand, dass ein guter Werbetexter Menschen bewusst manipulieren muss, störte ihn jedoch mit den Jahren zunehmend. Lieber wollte er auch mal objektiv informieren, mal durch gute Geschichten zum Nachdenken anregen. Daher entschied er sich 1993, in seiner Heimatstadt in doppelter Hinsicht neu anzufangen.
    Viel Recherche, ergänzt durch Menschenkenntnis und Phantasie, führten zu den ersten Kurzgeschichten Ronald Hummels, die in großen Zeitschriften erschienen. 1995 hatte er dann genug Stoff für einen großen Roman, „Kanonen auf dem Galgenberg“, eine 1485 angesiedelte Geschichte mit viel Spannung, Intrigen, Morden und Liebe. Bis 1997 feilte er an seinem Buch, dann brachte er es selbst heraus. Die Resonanz in Nördlingen war riesig: „Da kam es dann vor, dass unterm Weihnachtsbaum einer Familie vier Leute meinen Roman auspackten“, berichtet Ronald Hummel lachend.
    20 Jahre und acht Bücher – Krimis, historische Romane und Kurzgeschichtensammlungen – später lebt Hummel von und mit dem Schreiben so, wie es ihn erfüllt. Auch genießt er seine Auftritte als Schauspieler, zum Beispiel mit dem Dramatischen Ensemble, und seine Einsätze als Fremdenführer durch den Geopark Ries. Bei Mittelalterfesten und –umzügen ist er häufig im historischen Gewand anzutreffen, zusammen mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn. Mit so viel Erfüllung im Hier und Jetzt plus Ausflugsmöglichkeiten in vergangene Zeiten – wer will da noch nach Hamburg?