Regionalportal Donau-Ries
Regionalportal Donau-Ries
  •  
    Aktiv_Wandern_Picknick_08.jpg
    Aktiv_Kanu_Wörnitz__37.jpg
    Donau_Marxheim6.jpg
    Reimlingen.jpg
    Shooting_Kalvarienberg_12.jpg
    Schloß_Leitheim.jpg
    Bei_Doanauwörth_020.jpg
    Sonnenuntergang_Ries.jpg
    Bei Ebermergen378.jpg

    Friederike Rieger, die Geschichtensammlerin

    Warum die Donauwörtherin Stadtführerin, Krippenverein-Gründerin und Autorin wurde

    Wie hat man in vergangenen Jahrhunderten in Donauwörth gelebt? Welche Frauen spielten – neben Maria von Brabant – eine besondere gesellschaftliche Rolle? Solche Fragen treiben die Donauwörtherin Friederike Rieger seit Jahrzehnten um. Wenn sie von einer interessanten historischen Persönlichkeit hört, lässt die pensionierte Diplombibliothekarin nicht locker, bevor sie die ganze Geschichte kennt.

    „Als ich erfuhr, dass in der Hubschrauberstadt Donauwörth bereits im 18. Jahrhundert ein Mönch ein Fluggerät baute, im Verborgenen hinter Klostermauern, da musste ich unbedingt mehr darüber erfahren“, nennt sie ein Beispiel. Ein anderes: Bei der Schlacht auf dem Schellenberg 1704 sollen die jungen Töchter des Sonnenwirts verletzte Soldaten gepflegt haben. Von Menschen wie ihnen erzählt Friederike Rieger bei ihren unterhaltsamen Stadtführungen, die sich mal an ein Publikum jeden Alters, mal speziell an Frauen, mal an Kinder richten. Auch in Vorträgen, Ausstellungen und Fachartikeln gibt Rieger ihr Wissen weiter.

    Bei den Nachforschungen zu den Sonnenwirtstöchtern entdeckte Rieger sogar einen ganzen Roman namens „Die Schlacht auf dem Schellenberge den 2. Juli 1704“. Dieser, verfasst um 1866 vom Kaisheimer Pfarrer Anton Wendelin Endres, liest sich so unterhaltsam, dass Rieger ihn 2015 – lektoriert und mit Vorwort und Glossar versehen – neu herausgab. „Die erste Auflage ist inzwischen fast komplett vergriffen“, freut sie sich. Ein weiterer regionaler Bestseller wurde ihre eigene Erzählung, „Die Wörnitznixe und ihre Freunde“. Die Geschichte rund um die Flüsse und Bäche Donauwörths und den Wert der Freundschaft hat Riegers Freundin und Stadtführerkollegin Sonja Strobel illustriert - sie kommt bei Kindern, aber auch Lehrern und Eltern bestens an.

    Zahlreiche Freunde finden auch die Ausstellungen des Krippenvereins Donauwörth, die Rieger zusammen mit Mitgliedern des Vereins organisiert. „Krippen zeigen die Welt im Kleinen“, erklärt sie ihre Faszination dafür. „Sie machen außerdem kreativ. Ich kleide selbst Krippenfiguren ein und stelle biblische Szenen nach, auch mal auf ungewöhnliche Weise.“ Mit über 100 Krippen aus aller Welt organisierten Friederike Rieger, Sonja Strobel und Brigitte Leitmeir ab 2007 fünf Jahre lang den „Donauwörther Krippenweg“. Für viele wurde dieser Krippenweg zu einem Lieblings-Ausflugsziel im Advent.

    Wie Rieger es schafft, immer wieder Neues zu organisieren? „Wenn ich eine Idee habe, muss ich zumindest ausprobieren, sie umzusetzen“, verrät sie. Wenn sie mehr über eine historische Persönlichkeit erfahren möchte, fährt sie schon mal nach Augsburg oder München, forscht in Archiven, übersetzt aus dem Lateinischen und befragt Experten. „Zum Glück bin ich nie allein“, betont sie. Rieger verweist auf die Ausstellung und Vorträge über Abt Gallus Hammerl und das Kloster Heilig Kreuz im 18. Jahrhundert, die in Zusammenarbeit mit Dr. Heike Lammers-Harlander entstanden sind. Lammers-Harlander leitet jetzt die Kollegstufenbibliothek im Gymnasium Donauwörth, wie von 1995 bis 2009 Rieger selbst. Viele Führungen, Vorträge und Ausstellungen sind auch Gemeinschaftswerke von Brigitte Leitmeir, Sonja Strobel und Friederike Rieger.

    Wenn Rieger gerade nichts recherchiert oder organisiert, genießt sie die freie Zeit mit ihrem Mann, ihren drei erwachsenen Kindern und ihrem Enkelkind. „Ich bin gern am Wasser unterwegs. Am Donauspitz, entlang der Donau oder der Wörnitz kommen mir meine besten Ideen“, verrät sie. Und ihre Lieblingsaussicht auf die Heimatstadt genießt sie im Sommer vom Donauwörther Freibad aus.


    Ausflugstipp: Die nächste Ausstellung des Krippenvereins Donauwörth läuft vom 21. bis zum 28. Mai im Münsterpfarrsaal Donauwörth und entstand in Kooperation mit der Münsterpfarrei. Sie trägt den Namen „550 Jahre Maria Patronin Werdae“ und zeugt von der Marienverehrung in Donauwörth.
    Termine und Ausstellungen: www.krippenverein-donauwoerth.de