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    Alexandra Waschner-Probst, Konrektorin der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding

    „Das Gymnasium ist nicht immer das Beste fürs Kind“

    „Was für unsere Schule typisch ist? Das Baustellen-Schild“, begrüßt Alexandra Waschner-Probst Besucher der Anton-Jaumann-Realschule Wemding, deren Konrektorin sie ist. Dabei grinst sie, denn das ist natürlich nicht alles, was ihre Schule besonders macht. Es gibt viel mehr Typisches: Die große Rolle, die die Musik spielt, zum Beispiel – ab Klasse 5 lernen hier je eine Bläser- und eine Streicherklasse. Chor und Bigband prägen das Schulleben ebenfalls. Die gemeinsamen Konzerte mit Klassen aus Rom sowie Liepaja in Lettland gehören zu den Highlights für Schüler und Lehrer. Auch die Fußballer- und die Forscherklasse der Anton-Jaumann-Realschule begeistern viele und machen immer wieder Schlagzeilen ob ihrer Erfolge. Erwähnenswert ist auch das Schulfach KoMeT, kurz für Kommunikations- und Methoden-Training – von Lernstrategien bis hin zu Präsentationstechniken trainieren die Schülerinnen und Schüler hier einiges, was auch in Ausbildung und Beruf wichtig bleibt. Das zeigt Wirkung: „Wir sind stark mit der Wirtschaft verflochten und bringen unsere Absolventen leicht in Ausbildungen unter“, berichtet Waschner-Probst. Dafür setzt sie sich persönlich sehr ein, knüpft und pflegt Kontakte. Dass es tatsächlich gelingt, liege aber auch am Landkreis Donauries, hebt sie hervor: „Hier kann jede und jeder das Geeignete finden!“
    Sie selbst fand ihre Berufung früh: Pädagogin sein, junge Menschen auf ihrem Weg in die Eigenständigkeit begleiten. „Und ich wollte in meiner Heimatstadt Donauwörth bleiben, weil ich bei den Pfadfindern und im Sportverein in der Jugendarbeit engagiert war“, erinnert sie sich. So pendelte Waschner-Probst zum Studium der Fächer Deutsch und Geographie nach Augsburg. Sie, Jahrgang 1970, studierte in einer Zeit, in der es in Bayern nicht leicht war, im Schuldienst unterzukommen. Mit Engagement und Glück ergatterte sie trotzdem nicht nur eine Stelle als Konrektorin, sondern kam nach Stationen unter anderem in Kaufbeuren, Krumbach und zuletzt vier Jahren in Meitingen sogar zurück in ihre Heimat. Von 2000 bis 2009 und wieder seit 2013 arbeitet Alexandra Waschner-Probst in Wemding und lebt mit Mann und Tochter in Donauwörth.
    Warum sie hier so fest verwurzelt ist, weiß Waschner-Probst genau: „Die Menschen hier sind sehr nett, auch wenn man es nicht sofort merkt“, meint sie und lächelt. Und wenn’s drauf ankommt, könne sich jeder doch auf sein Netzwerk verlassen. Das gilt auch im Beruflichen, weiß die Pädagogin: „Alle sind sehr bemüht, die Jugendlichen in der Region zu halten. Hier kann man mit unterschiedlichsten Talenten Erfolg haben und auch mit einer Behinderung“. An der Anton-Jaumann-Realschule lernen, obwohl sie keine ausgewiesene Inklusionsschule ist, immer wieder Kinder und Jugendliche mit Handicaps. Schülerinnen und Schüler mit beeinträchtigtem Hör- oder Gehvermögen finden ganz selbstverständlich ihren Platz in der Schulfamilie und schaffen ihre Abschlüsse.
    Warum viele Eltern danach streben, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken, wenn das nur irgend geht – das versteht Alexandra Waschner-Probst als begeisterte Realschullehrerin nicht. „Das Gymnasium ist nicht immer das Beste fürs Kind“, ist ihre Erfahrung. Erfolg im Beruf klappt auch nach der Realschule – mal mit, mal ohne die Stationen Hochschulreife und Studium. Die Pädagogin freut sich schon wieder auf den 12. September, wenn die rund 730 Schülerinnen und Schüler zurück sind und das Typische für die Anton-Jaumann-Realschule die Stimmen, Schritte und die Musik sind, die sie erfüllen.