Regionalportal Donau-Ries
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    Sagen & Legenden Möttingen

    Die Möttinger Trassbarone

    Die Ausläufer des Schwäbischen Juras liefern besonders in der Gegend von Bollstadt und Amerdingen außerordentlich gutes Baumaterial, zur Herstellung von Zement hervorragend geeignetes Gestein. Darum entstand auch das Trasswerk in Möttingen, das Tag für Tag tausende von Zentnern Zement und Trassgestein bahnverladend in die Welt sandte. Die Aktien dieses Werkes stiegen mehr und mehr im Kurs und waren sehr begehrt. Die Möttinger Bauern erkannten das sehr bald, denn mancher Acker wurde zu hohem Preis an das Werk verkauft. Die Geschäftstüchtigen unter ihnen wollten reich werden wie Barone. Aber alles Irdische ist vergänglich. Das galt auch in diesem Fall. Auf einmal wurde der Betrieb eingestellt, weil dies die Aktionäre beschlossen hatten. Handel und Wandel standen still. Die Leute, die sich ein Eldorado erträumt hatten, waren um ihre Hoffnungen betrogen: die Geschäftsleute, die Gewerbetreibenden, auch die Landwirte, besonders aber die Arbeiter. Und da es auch verarmte Barone gibt, der Spott aber kein Mitleid kennt, kam mehr und mehr der Ausdruck »Trassbarone« auf.