Regionalportal Donau-Ries
Regionalportal Donau-Ries
  •  
    Winter_Reimlingen011.jpg
    Orkan Wurzelstock, Dieter Möhle.jpg
    Winter_Reimlingen006.jpg
    Romant.Weihnachtsmarkt (21).JPG
    Bei_Ebermergen_026.jpg
    Winterwald.jpg
    Wintersee_Boot.jpg

    Sagen & Legenden Bissingen

    Die Adelsherrin auf Burg Fronhofen

    Auf einem Berg nahe dem Dorf Fronhofen soll einst eine Burg gestanden haben. Längst kann sich niemand mehr an sie erinnern, auch sind keine Mauern mehr vorhanden, keine Wälle und Gräben, daß man sich auch nur ein ungefähres Bild vom Aussehen dieser Burg vergegenwärtigen könnte. Immer noch aber wird von der schönen Burgfrau erzählt, die hier einst gelebt haben soll. Sie wäre von solch schöner Gestalt und so wohlgefälligem Aussehen gewesen, daß es bei ihr an Brautwerbern nie gefehlt hätte.

    Einmal, so hieß es, hätten sogar zwei edle Ritter zu gleicher Zeit um ihre Hand angehalten. So sehr aber auch die beiden Bewerber ihrer Herzen Begehr bekundeten, die schöne Burgfrau hielt die beiden zum Narren. In ihrem Übermut fachte sie die zwei Ritter zu Eifersucht und zu Zwietracht an, so daß sie in arge Feindschaft und Fehde gerieten. Die bitteren Auseinandersetzungen forderten sie zu gegenseitigem Kampf und Streit. Dies führte sogar so weit, daß auch ihre Heere gegeneinander zu Felde zogen, keines aber vermochte den Sieg davonzutragen. Das freute die arglistige Burgfrau, und mit Wohlbehagen sah sie zu, wie die Adelsleute mitsamt den Herren ihretwegen fochten und dabei um Hab und Gut kamen und am Ende in große Not und Bedrängnis gerieten. Kein Erbarmen rührte ihr verhärtetes Herz. Ihre Gesichtszüge aber wurden streng und verbittert, ihr Gemüt immer unbeugsamer und ihre Gedanken immer stumpfer und liebloser.

    Die kaltblütige Frau verlor auch bald ihre Schönheit, und ihre Gedanken verdüsterten sich. In ihrer Burg fand sie ob solchen Unrechtes keine Ruhe mehr und auch keine Bleibe. Sie verließ die heimatliche Gegend und niemand hat sie jemals mehr gesehen. Ihr Geist und ihre Seelen fanden nirgendwo Trost und Frieden. Wer aber zu nächtlicher Stunde zum Schloßberg bei Fronhofen kommt, dem erscheint sie in weißen Kleidern. Stumm und ruhelos geht sie um den Hügel, ihr begangenes Unrecht durch irgend eine gute Tat zu sühnen. Doch das Schicksal gewährt ihr keine Hoffnung und keine Gnade. So sehr sie sich auch nach Erlösung sehnt, niemand hat bisher die rechte Formel gefunden, sie von ihrem Banne zu befreien.