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    Sagen & Legenden Ederheim

    Der Schmied vom Niederhaus

    In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts drohte das Kaiserreich der Hohenstaufen zu zerbrechen. Gegen alles Recht verlieh Papst Urban IV. das Königreich Sizilien, Erbland der Staufer, an Karl von Anjou, dem Bruder des Königs von Frankreich. In der Entscheidungsschlacht verlor König Manfred Leben und Erbe. Sein Neffe Konradin (1252-1268), der letzte Hohenstaufe, gedachte aber, obgleich noch im jugendlichen Alter von 16 Jahren, Deutschland noch einmal aufzurichten und ihm seinen alten Glanz wieder zu verleihen. Noch sei es, so meinte er, nicht zu spät, dem Reich seine alte Macht zurückzuerkämpfen.

    Es fanden sich auch tatsächlich bald junge Edelleute ein, die in echter Hingabe und Liebe zu ihrem Vaterland dem jungen Konradin die Treue schworen. Allzu früh war sein Vater, König Konradin IV., verstorben und nun lasteten die Geschicke des Reiches aus seinen Schultern. Dieser junge Monarch kam wohl in den letzten Spätsommertagen des Jahres 1267 von Donauwörth her auch zur Burg Niederhaus gezogen, um den jungen Friedrich von Hürnheim (reg. 1259-1269) für seine Sache zu gewinnen. Alle Hürnheimer waren ja tapfere Gefolgsleute und gute Freunde der Hohenstaufen, und so konnte Konradin des Jaworts von Friedrich gewiß sein.

    Von diesem Friedrich von Hürnheim ging nun die Rede, daß er seine Waffen selbst schmiede und er oft tagelang am Amboß stünde, die Klinge seines Schwertes, auch der Hellebarde, und die Sporen zu härten und zu schärfen.

    Im Frühherbst des Jahres 1267 rief der junge Konradin seine getreuen Gefolgsleute, neun an der Zahl, mit allen ihren Söldnern zu einem großen Heer zusammen, nahm von den Seinen Abschied und brach zuversichtlich zum Kampf ins feindliche Welschland auf. Das Kriegsgeschick lag lange auf ihrer Seite, als sie aber nahe Neapel kamen und den Sieg schon in ihren Händen zu haben glaubten, sprengten französische Truppen unter Führung von Karl von Anjou bei Tagliacozzo in ihre Flanken und brachten ihnen eine vernichtende Niederlage bei. Unter wildem Kriegsgeschrei schlugen sie alle Deutschen in die Flucht und wer sich nicht durch eiliges Davonlaufen retten konnte, wurde erbarmungslos niedergestochen.

    Konradin und all seine Edlen wurden durch Verrat den Feinden zugespielt und nach einem Scheinprozeß vor einer schaulustigen Menge auf dem Marktplatz zu Neapel enthauptet. Ihre Leiber aber warf man zum Hohn und zum Spott in eine Grube, ebnete sie ein, damit niemand den Ort mehr erkennen könne, an dem sich dies zugetragen habe.

    Die Sage weiß nun von Friedrich von Hürnheim zu erzählen, daß er ob solcher erduldeter Schmach und Schande in seiner Grabstätte keine Ruhe gefunden hätte. Sein Geist sei zurückgekehrt in die Heimat auf Niederhaus, und wer des Nachts in den Burghof träte, könne deutlich vernehmen, wie er sein Schwert und seine Waffen im Innern des Berges schmiede. Hart und dumpf höre sich das an, gleichsam als bittere Anklage gegen die grausamen Feinde im falschen Welschland.

    Wer aber bei Tage im Burghof verweilt, den erinnert eine in das Gemäuer eingelassene granitene Gedenktafel an den sechshundertsten Jahrestag dieses für ganz Deutschland damals so bedeutsamen Geschehens und an das bittere Ende des edlen Herrn Friedrich von Hürnheim.