Regionalportal Donau-Ries
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    Stadtplatz Oettingen
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    Sommergefühl in der Rieser Natur, Heidi Källner.jpg
    Schäfer am Mähhorn mit Blick ins Ries, Josef Kessler.jpg
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    Sagen & Legenden Bissingen

    Die Klaren und die Bissigen

    Ein Bauer vom schwäb. Ries-Dörflein Stillnau kam einmal in den benachbarten, ansehnlichen Marktflecken Bissingen, der ein schönes Schloß hat, und kehrte im Hofgarten ein. Da ergab sich mit den anwesenden Gästen bald ein Gespräch, und das Bäuerlein, obwohl es weder lesen noch schreiben konnte, war doch recht wißbegierig. Man redete von Kleinpolitik und Religion, und wie es sich für Leute des Kesseltals geziemt, von der „oberen und unteren Partei“, und wenn die Fragen, welche hier bei Bier und Branntwein verhandelt wurden, auch nicht so schwer verständlich waren wie das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit, unser braver Stillnauer Bauersmann zeigte sich doch über erlaubte Maßen begriffsstutzig. Die Bissinger Bürger, die ihn der Aufklärung würdigten, wurden deshalb in Ton und Gebärden etwas lebhafter und rückten scharf auf den unwissenden Nachbar ein. Er aber blieb ruhig. Nach langem Disputieren und fast handgreiflichem Auseinandersetzen – es war derweil Nacht und das Licht angezündet worden – meinte der Stillnauer endlich mit einem tiefen Schnaufer der Erleichterung und Befriedigung: Ja, jetzt bin ich mir klar! - `s wird gut sein, bemerkte der Wirt, hat lang genug gedauert. Die Stillnauer heißt man seit diesem Vorfall „die Klaren“. Die stolzen, selbstbewußten Bissinger aber, die sich gern auf ihre hellen Köpfe etwas einbilden, müssen sich wegen ihrer spitzigen Reden den Necknamen „die Bissigen“ gefallen lassen. Ihr Ortswappen zeigt ein Klemmgebiß, wie es übermützige Pferde tragen.